Spaß in Sparcelona
Text und Touri-Fotos: Florian Stecker
Ja, du gute Güte! Barcelona mag zwar momentan die gehypteste Stadt für Skater, BMXer und sonstige sein, aber die katalonische Metropole wird ihrem Ruf mehr als gerecht. Wahnsinnige Spots hinter jeder Ecke, hunderte Ebenbilder von Fernando Alonso, sommerliche Temperaturen sogar im Winter (18°C), die besten Bäckereien der Welt für das obligatorische Kraft-Frühstück und hab ich eigentlich schon die Spots erwähnt?
Aber fangen wir am Anfang an. Die Ritter der eisernen Schienbeinschoner setzten sich aus der absoluten Elite der Grazer Kinderradkunst zusammen, also Thomas „Mais“ Matzer, Philipp „Lego“ Lehner, Jauchenjosef Kübeck, Philipp Haydvogel und mir selbst, Flo Stecker. Die Anreise fand per Ryanair statt und verlief reibungslos, abgesehen von den fehlenden gratis Erdnüssen im Flieger. In Barca sind wir dann gegen Abend angekommen, haben flux unsere Jugendherberge in der etwas abgelegenen Gran de Sant Andreu gefunden und die Räder ausgepackt.

Der erste schnelle Ausflug war dann eigentlich schon bezeichnend für die ganze restliche Woche. Weil es schon recht spät war bis alles zusammengeschraubt war, wollten wir nur eine
kurze Runde drehen um uns an die veränderte Seehöhe zu gewöhnen und erstmals spanische BMX-Luft zu schnuppern. Trotzdem haben wir nur zweimal in die Pedale treten müssen und sind vor einem der berühmtesten und besten Spots der Stadt gestanden. Torres y Valles, die Bank-Landschaft mit Sub- und Handrails, die wir wegen unzulänglichen Internet Spotguides
nie zu finden erwartet hatten. Aber da waren wir, einfach so die Straße entlang gefahren und „WOW!“, ein schönes Willkommensgeschenk. Die ohnehin hohe Motivation hat sich vertausendfacht und es wurde eine schnelle Session angerissen, die dann am nächsten Vormittag gleich fortgesetzt wurde. Überhaupt haben wir den Platz zu unserem „Homespot“ erkoren, der jeden Morgen zum aufwärmen schnell besucht wurde. Leider ist das theoretisch perfekte Handrail mittlerweile geskatestoppt worden, wovon wir aber bei den meisten anderen Spots wenig bis nichts gemerkt haben.

Josef Kübeck - Abubaca, Torres y Valles…
Die folgenden Tage sind in meiner Erinnerung mittlerweile alle zu einer einfach unglaublichen Mischung aus sorglosem Kinderradfahren, Meeresluft mit Möwenkot und tollen Spots verschmolzen. Da fällt es zwar schwer einzelne Highlights herauszugreifen, aber ein paar Dinge waren doch besonderer als andere besondere Dinge. Vor allem der Strand und sein Umland sei hier erwähnt. Von der fast unbefahrbaren Ghetto-Spine direkt am Meer über die Bank/Hip am Hafen und dem Schiffswrack (beides ist wohl aus dem Fit Video bekannt) bis zu den riesigen Wallride-Quarters beim Forum hat fast alles semiorgiastische Zustände ausgelöst.

Wieder der Jauchen Josef. Van Homan hat da aber mehr gemacht!
Etwas hinter der Strandpromenade fand sich dann zufällig auch noch ein runder Wallride an einem Fußgängerübergang und eine Bank mit winziger Subbox, welche bei allen akutes Kinnladenfallen auslöste und mit der unser Lego gern sein restliches Leben verbracht hätte. Leider erwiderte dieser Spot unsere Liebe nicht und bestrafte mich mit einem kaputten Vorderrad und Thomas mit einer leichten Gehirnerschütterung, nach einem wunderschönen Gap-to-Hundegaxe Versuch. Das folgende Kopfweh und die Sehstörungen haben ihn leider auch vom besten Manual seiner Kariere abgehalten, da uns am Heimweg nämlich noch die scheinbar endlose Marmorledge aus dem Fit Video untergekommen ist – zufällig natürlich.
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Mais - Barspin Spielerein, wieder Torres y Valles
Am nächsten Tag musste also eine Pause eingelegt werden, die wir mit der Suche nach einem neuen Vorderrad und dem Erwerb von Tickets für ein abendliches FC Barcelona Spiel verbracht haben. Ersteres erstand ich im 360° Bike Shop, der für alle zukünftigen Barca-Besucher schwer zu empfehlen ist. Ein kleines aber feines Geschäft in Poblenou, in dem alles zu finden ist was das Herz des heutigen BMXers begehrt. Also nicht nur der neueste heiße Scheiß in Sachen Karottenhosen, Videos, T-Shirts etc. sondern auch modische Anbauteile in den fröhlichsten Farben der Welt. Wer also immer noch mattschwarz bevorzugt, sollte versuchen sein Fahrrad in Barcelona ganz zu lassen.
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Mais wundert sich vielleicht in erster Linie weshalb so etwas gebaut wird, nutzt aber dennoch die Möglichkeiten die sich bieten
Am Abend wurde die Freude am runden Leder leider von Regen und der Abwesenheit Ronaldinhos in diesem hochkarätigen Coupspiel getrübt, worüber uns aber das treue San Miguel hinweg half. Diese spanische Entschuldigung für Bier war wohl auch das einzig Bemängelnswerte an unserem Ausflug, obwohl es nicht so schlecht war. Ich suche nur verzweifelt nach Kritikpunkten, um nicht nach schmalzigem Werbetexter zu klingen.

Mais, Wallride an einer Garageneinfahrt. Direkt unterm Penis-Turm (Nicht im Bild).
Der letzte Tag: Nachdem noch mit diversen Spots einige Rechnungen offen waren, wurde „früh“ aufgestanden, sodass wir schon gegen halb 11 in den Sätteln saßen und Richtung „Wellen“ – also Los Porchus – strampelten. Mag sein, dass ich diesen Punkt überstrapaziere, aber auf dem Weg dorthin fanden wir wieder zufällig die so genanten Sidewalk-Waves. Bei den tatsächlichen, großen Wellen stellten wir dann fest, dass diese gar nicht so einfach zu fahren sind wie es aussieht, trotzdem war für Spiel, Spaß und Spannung gesorgt. Nachdem wir dort alles erledigt haben, wurde wieder die Ledge angesteuert, die eigentlich schon zwei Tage zuvor gemanualt hätte werden sollen. Aber wieder wurde Mais ein Strich durch die Rechnung gemacht, diesmal vom ungünstigen Wetter, schließlich ergibt Regen plus Marmorledge erfahrungsgemäß Rutschgefahr. Als Trostpflaster wurde unter einem Gebäude nahe dem Forum ein seltsamer Brunnen gefunden (natürlich zufällig), nach dem man sich in Graz alle zehn Finger und die Zehen ablecken würde.
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Mais hängt lässig am Strand ab - Die Ladies wirds bestimmt freuen.
Vielleicht haben aber die Hühnchen die wir noch mit ein oder zwei der Spots zu rupfen haben auch etwas Gutes an sich. Wir haben Barcelona zwar bestimmt nicht unbefriedigt verlassen, aber trotzdem muss die Stadt im Sommer noch einmal besucht werden. So darf jetzt schon Vorfreude auf die Stadt mit der schweren Abneigung gegen gerade Wände, die zufälligen Spots, die San Miguel Biere am Balkon oder am Strand, die lethargischsten Polizisten die ich je gesehen habe und auf den Zoo mit dem Albino Gorilla verbreitet werden. Olé!

