Erfordia Turrita
Worte,Beats und Fotos: Laeusl
Mehr Info: www.erfurtbmx.de
Es wurde mal irgendwie wieder Zeit raus aus dem Wiener Würstchen Nest zu kommen, auch wenn jetzt ein 3. Pro neben Senad und Blocherl, der Beppi nach Wien gekommen ist. Es musste was Neues gestartet werden als immer das Alltägliche Gewurschtel im Prater Skatepark mit irgendwelchen Affen oder auch nicht, weil sie noch im Koma vom letzten Abend liegen.
„Erfordia Turrita“, Turmreiches Erfurt betitelte Martin Luther zu seiner Lebenszeit das an der Gera liegende Erfurt, ein Städtchen mit mehr Türmchen, welche sich gen Himmel zu den Wolken erstrecken, als willigen Frauen im C1, dem ortsansässigen Schicki Micki Club, der rosa Hemden Fraktion. Aufgrund verschiedener gepflegter Internetkontakte und My Space Attitüden, einigte sich der Laeusl ins schöne Thüringen zu reisen, zum Sante, zur Animal WG und zu den Frauen die „nu nu“ sagen. Da er sich vor Köln und Sofia mit der Affenbande gedrückt hat, da Frauen seiner Meinung nach nicht in das Erscheinungsbild einer BMX Reisegruppe passen, sondern nur im örtlichen Club des Aufenthaltes, wo mit viel Bier und shaken die Ärsche heiß gerubbelt werden, wurde nun die Reise allein durchgezogen. Westbahnhof Montag Abend 7 Uhr, da verließ der Donau Spree Kurier das noch sommerliche Wien um gen Berlin zu fahren, vorbei an den Passauer Polizisten, welche wie immer den Pass sehen wollen und mehr Speck über den Gürtel schieben als ein Metzgerlehrling im Monat während der Ausbildung.
Abteil Nr. 21: 6 Leute, Schweissgestank, Menschenhass, Verließ…?
Flucht auf den Gang. Egger Bier half mir über die Stunden im Gang und es dezimierte sich relativ schnell die Geschenkpallette an die Erfurter, in Form von Dosen. 3 Euro für ein Wieselburger Bier im Zugverkauf, doch das ist einem dann auch egal, wenn man sich das Gelaber von einem Anzugtragenden, 8 Jahre Mitgliedschaft hinter sich hertragenden NPD Schützling auf dem Gang anhören muss und ihm verständlich machen musste, dass Migranten doch nicht aller Übel Ursache sind. Relativ schnell verzog sich unser seitengescheitelte NPD´ler nach meiner Argumentation auf seinen Vorwurf, dass alle Ausländer die Geschäfte übernehmen und sich breit niederlassen. Ok das war geschafft. 4 Uhr morgens. Noch eine Stunde halb schlafen und Ankunft in dem großartigen Bahnhof von Leipzig. Regionalzuggedudel für 2 Stunden und ich stand mit Radel und Rucksack in Erfurt. 7 Uhr morgens Klingeln bei der WG in der Thälemannstreet innerhalb der Krämpfervorstadt.

Bereits Adam Ries(e) (Erfinder moderner Arithmetik) verbrachte hier einige Zeit seines Lebens

Der Bub ignoriert die Behindertenauffahrt und grindet lieber das nebenstehende Rail
Benno machte mir auf, welchen ich gar nicht so schnell in die Friend Liste aus My Space einordnen konnte. Wenig später traf Santos ein und seine überaus männlich attraktive tiefe Stimme hat uns dazu bewegt eine kleine Städterundfahrt mit Bmx zu zweit zu machen und ein wenig später den ortsansässigen Skatepark auszuchecken. Bis dahin hatte ich immer noch nicht geschlafen, denn wir ihr alle wisst, ist eine Stunde keine.
Ein wenig später verließen wir den Park und sind ein wenig durch die Stadt gefahren und über Moritzschule und Nordpark dann irgendwann am späten Abend, nachdem man noch den rothaarigen Iren und den Bub getroffen hat, wieder in der Thälemannstraße angekommen. Ui Ui, der Sante wollte gar nicht an diesem Abend mit auf Party gehen, da er am selbigen Tag einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hatte und den nächsten Tag rausgehen musste.
Somit bin ich mit dem Bub nach ein paar Bier intus in den örtlichen Presseclub gefahren. Alkoholeinfuhr bei gemischter elektronischer Musik. Gin Tonic x2 = 3,50 Euro. Gut also gleich einen Haufen bestellt. Die Mische wurde auf Anforderung immer mit weniger Eis und Tonic gemixt und irgendwie wurden die Mädchen auch immer gesprächiger und schöner. Wo der Bub war keine Ahnung. Jedenfalls kam er als um 2 !!! das Licht anging. What the fuck..?
Gerade wo es spannend wird. Naja gut im richtig schönen Rausch mit den Radeln nach Hause gekurvt und sich fast immer aufgehaun. Zuhause gab es noch einen Krapfen aus der Backstube, doch der wollte dann doch nicht mehr in den Magen von Laeusl. Denn da war noch das Abendessen von Santes Mama drin, welche für uns beide gekocht hatte.
Einschlafen, auf dem Sofa und um 5 Uhr Abends am selbigen Tag aufwachen. Die Mischung auf dem eigentlich leeren Teller des Tisches war undefinierbar. Was war bitte auf diesem Teller? Der Bub klärte auf, dass er morgens Würggeräusche aus dem Zimmer hörte in welchem Laeusl schlief. Ich konnte mich natürlich an nix erinnern und war auch froh drüber, dass ich den Teller so gut getroffen habe und nicht doch in Santes Bett gefallen bin, wie am Anfang geplant.

Marco - Wallride Barspin…nuff´said bitches
Naja nun beginnt der 2te Tag und meine Arme schmerzten nach dem Rad fahren wie Sau, da ich auch lange nicht Radel gefahren bin. Also erstmal um 5 Uhr abends frühstücken und Eierchen in den Kochtopf, den Kaffee heiss gemacht und lecker gegessen. Am Abend dann noch mit dem Bub zu einem Kollegen gefahrren bei dem es Lagerfeuerromantik im Garten, Herndlattacken und rumlaufende Katzen gab. Diesen Abend habe ich auf Alkohol verzichtet.
Schön ins Bett um 1 Uhr, nachdem bei Bub noch das neue Soul geguckt wurde und er dann auch mal ins Bett musste, denn er muss ja auch jeden Morgen in den Radladen arbeiten gehen. Also wer Lust hat auf einen jungen 19 jährigen heissen Mann, mit Marine Haarschnitt, 4 Pegs am Rad, muss ins Rad Art nach Erfurt gehen.
So am nächsten morgen erstmal Standard Frühstück mit Eierchen und dann Internet und My Space rumgehure. Ich war allein da alle anderen arbeiten mussten. Die freie Zeit habe ich nicht genutzt, Santes Heim der armen Schildkröte, ein kleines dreckiges Aquarium sauber zu machen. Nach einer weiteren kleinen Stadtbesichtigung und einer originalen Thüringer Bratwurst Einfuhr wurde der Tag gut verlebt, Touristen besichtigt, sich über den Dosenpfand geärgert und auch nebenbei Erfurts weltbekannte Brücke, auf welcher auf beiden Seiten Häuser stehen bewundert. Es ging dann auch so langsam mit nach Hause, und es wurde lecker Nudeln mit Sauce gekocht. Am Abend ging es noch mit Sante zur Bandprobe der Friends Suck, einer Erfurter Band, in welcher Sante der Gitarrist ist.
Von dem Einkauf in Rewe habe ich euch noch gar nix erzählt. Also sehr suspekt diese Supermarktkette. Man kauft schön Eierchen ein, Milch, halt das was der gesunde, potente Mann von heute so zum Essen braucht ein. Man geht zur Kasse, gibt der Verkäuferin nen Zehner in die Hand und wartet darauf, dass sie einem das Wechselgeld zurückgibt. Ha da kann man aber lange warten. Nix da, das Geld rasselt aus einer Maschine rechts neben ihr in ein dafür vorgesehenen Auffangbehälter, aus welchem dann der Kunde sein Rückgeld entnehmen darf. Automatisierung pur, Gleichschaltung, Vereinfachung, fragwürdige Profession.
Am Freitag wurde zuerst einmal wieder ausgeschlafen, natürlich nur ich, da die anderen hackeln (Wienerisch - “arbeiten”) mussten. Ich also wieder ein wenig PC Gechille und dann mit den anderen in den Skatepark Rad gefahren, welcher gleich um die Ecke liegt. Im Skatepark Scherben vom vorherigen Abend 13jähriger alkoholisierter Teenies lagen noch auf dem Platz rum. Vielleicht waren es auch um 1 Uhr Mittags die Schüler der gegenüberliegenden Schule, welche sich auf ihr Wochenende freuten. Nachdem im Park ein wenig Gebitche von Statten lief, zog es das Stromerteam bestehend aus Ire, Marco, Tenga, Bub, Da Herrje und meiner Wenigkeit zu dem Nordpark, welcher aus einer entfremdeten Jumpbox Konstruktion bestand und einer anliegenden Minirampe. Sehr spartanisch, hat aber gereicht. Weiter gings auf die Street, denn die suchte uns. Wir fanden gelbe Handrailings innerhalb eines Schulumfeldes, welche selbst die Locals net kannten. Bub first try? Keine Ahnung, jedenfalls hat Bub es ohne Probleme gemacht und Tenga überraschte uns mit seinem ersten Opposite 5050 Handrail nach ein paar wenigen Versuchen. Hammer sag ich da nur. Ire hat sich noch am Flatrail vergriffen und schon ging es weiter in das nördliche Ghettobauten Hood. Ashantie alias A.K. Sante kam noch nach und erfreute uns mit seiner Anwesenheit. Doubleset Gaps wurden vom Iren mit 180 überflogen, das Kinked Rail gut befahren und ein wenig später auch noch andere Handrails im Umkreis. Das Umfeld dementsprechend Animal Ghetto, war übberrascht über solch eine Kunst mit einem kleinen Radel und die Generation Playstation war voller Wissensbegierde am Ort und bombte mit Fragen und Rumgelaufe vor dem Spot.
Ein schöner Tag ging zuende, Fotos waren im Kasten und alles freute sich.

Der Ire - Doubleset 180°. Animal!

Tenga - Switch Opposite Darkside 5050
Am Abend machten sich nun alle bereit und wärmten sich mit Bier, für die folgende C1 Gabbaparty im Pseudo Nobelschuppen vor. Laeusl machte was mit nem anderen Kollegen, die Stromernfraktion waren aus auf Bier und Frauen. Bis auf Tenga. Der wurde von den kritischen Securitys mit fragwürdigem Blick gemustert und wurde dann nach Hause geschickt. Zu Fuß durfte er latschen, die anderen machten sich mit Cocktails so richtig warm.
Ashantie hatte vom übermäßigen Alkoholkonsum genug und ließ sich nach Hause fahren. Dort traf er auf der Strasse mit mir zam und wir redeten noch ein wenig in der WG, ließen die Nacht chillig ausklingen. Denn am folgenden Morgen sollte es mit der Band nach Hamburg zu einem Auftritt gehen. Ging dann auch im gemieteten Tourbus gegen Mittag los. Vorerst alles easy und entspannt, dann plötzlich eine Stunde Stau. Genutzt wurde jener mit chillen an der Leitplanke. In Hamburg angekommen, den Auftritt mit nur 2 Kisten Freibier für 4 Metal, Hardcore Bands schnell geleert, Soundcheck und Auftritt. Alles was ich nach dem Auftritt hörte war dumpf. War halt alles fein laut.

Friends Suck - Stautobahn Romantik
Der anschließende Kiezbesuch war sehr fein. Am Samstagabend war er so voll wie der Pegel des Bierkonsums meiner Person. Die Kiezklatsche hab ich nicht getroffen, aber viele Nutten und die Herbertstrasse hab ich auch kennen gelernt. Geschmiegelte, Haare gegelte, weiße Hemden tragenden Schmocks fragten ne Nutte lautstark in der Gruppe durchs Fensterchen ob sie Lust auf nen Gangbang hatte. (sehr laut): „Jo was ist hier los, wer macht mit beim Gangbang. Jo ich bin dabei, ja man machen wir mal richtig Gangbang hier“. Naja der Nutte scheint das Angebot net getaugt haben, denn sie hat ihr Fensterlein inzwischen schon geschlossen gehabt. Raus aus der Herbertstr. Und kurz ab in nen R&B Club. Kollegas getroffen und uns von der Band getrennt, welche noch woanders hinwollte. Laeusl mit seinem Kollegen ab in den Sommersalon gegangen und dort zur funky Music, mit dem vollen Red Bull des Türstehers, trinkend getanzt. Schlips um den Kopf und ab ging die Party. Mehrere Angebote von willigen Mädchen, ob ich nicht mit Ihnen zu Hause mal richtig tanzen würde, gekonnt abgelehnt, denn das waren nur billige Hoes, die ich jeden Tag haben kann.

Eine “Flirtkollegin” mit dicken Quastln und Topf am Kopf
Also die Nacht wurde am Kiez und in Altona fortgeführt und durch gemacht. Am Morgen fuhr ich nach Winterhude, wo alle anderen bei nem Mitveranstalter des Auftrittes gepennt haben. Los ging es dann so ca. um 10.30 Uhr. Für 2 Tage hatte ich nun noch 3 Euro in der Tasche. Fett. Diese wurden im Mc Donalds mit 3 Burgern getilgt. Rückfahrt später über Landstrassen, weil wir einen Stau umgangen haben. Den Sonntag dann noch ein wenig geradelt gegen Abend, obwohl ich fertig war wie Horst auf der Hilde und naja ein paar Railingfotos vom Iren, Bub und Marco im Sk8park um die Ecke gemacht. Dann noch mit Marco, Bub und Iren in der Stadt ein Bierchen auf einer tollen Brücke getrunken und noch dort bissl radel gefahren. Der Ire holte sich bei einem 360 Nosedive ne Prellung am Oberschenkel, welche er erst am nächsten Tag bemerkte. Somit wollte er den Tag darauf net beim radeln mitkommen und filmen.

Der Ire - Hoppla! Der springt ja am Rail vorbei

Laeusl rauscht eine Ostblock Reling im Halbdunkel hinab.
An jenem, meinem letzten Tag in Erfurt, wollte ich es doch noch einmal wissen was in mir steckt und die Railnatter Bub beeindrucken. Somit haben wir nach dem Frühstück am Mittag eine chillige Session am Nordpark abgehalten und uns dann von jenem ab zu den Handrails gefahren. Bär hat sich am Ende nicht enttäuschen lassen, hat brav rail für rail gemacht und hat sich beim wirklich letzten Jump aufs Rail für diesen, letzten Abend verletzt. Daneben gegriffen mit dem hinteren Peg, auf dem Arsch das Rail runtergerutscht, Bike in der Mittelverstrebung hängen geblieben und Laeusl mit dem Schienbein schön ins Pedal gekracht. Ergebnis ein ca. 4cm langer Cut am Schienbein bis auf den Knochen. Nach Hause gefahren, geduscht und mit H2O2 desinfiziert. Wir haben uns gefragt, ob wir ins Hospital gehen das nähen lassen, doch war dies wegen Zeitmangel und Fahrerabsprung, welcher mich nach Jena zum Zug fahren sollte, nicht möglich. Also nen Verband drum und dann erst in Wien, back home, mit spezial Wundstrips versorgt. Die Rückfahrt im Zug wurde nur wenig durch Thüringer Waldbräu gemildert. Wieder 5 Personen in einem Abteil. Verkrümmt schlafen und irgendwann durch den Mief aufwachen und die Wärme im Abteil, weil der Opa die Klimaanlage heiß gedreht hatte.

Sextourismus oder tatsächlich Konzert-Auftritt? Alle spitz wie Nachbars Lumpi
Back in Vienna, alles tight, ziemlich fertig aber mit schönen Erinnerungen wieder daheim.
Ein Großer Dank geht primär an die Thälemannstreet WG, Benno, Bub und Sante, wobei der Benno ja nie da war und ich somit kaum Kontakt pflegen konnte. Vielen Dank an alle, die mich in der Zeit verpflegt haben, Zeit mit mir geteilt haben und mich am Erfurter Leben teilhaben haben lassen. Liebe Grüße gehen an die ganze Truppe von der Band Friends Suck, der Aufenthalt in Hamburg war Hammer, wie auch die Fahrt hin und zurück.
Beste Grüße gehen an Stephan, Iren, Marco, Torben, Eugen, Da Herrje, bub, Tenga, Santi aka. Ashanti, Benno, friends suck, Santes Eltern für Essen und Auto, Santes Schildkröte (halte durch) und alle Anderen mit denen ich unterwegs sein durfte.
Peace Laeusl

