A Homage To Catalonia
Niederschrift diverser Ereignisse und Erinnerungen: Alan
Urheberschaft der Beweisfotos: Gregor Wagner
Unsere Reise nach Barcelona ist nun 2, 3 Wochen her und dennoch kommt es mir wie eine Ewigkeit her seit ich dort war. Wieder zurück in Wien verschwand die dort ausgelebte lockere Unbekümmertheit und wich wieder den Pflichten und Sorgen des Alltags. Wir - das waren eigentlich das Duo Gregor und ich - mussten uns wieder ums Geld verdienen kümmern, Uni-Pflichten absolvieren oder sich gar durch eine Diplomarbeit durchquälen. Vor der Reise war dies nicht anders, deshalb kam es ja überhaupt zu diesem Ausflug. Wir wollten Ablenkung während der Universitätsferienzeit. Das dies zufällg in den ansonsten bitterkalten Feber fiel, war bereits beim Flug buchen im Oktober durchaus beabsichtigt. Nunja, in Wien selbst war zu dem Zeitpunkt das Wetter durchaus Radfahrfreundlich (Auch wenn ich Anfangs in BCN eine Krankheit aus Wien auskurieren musste), doch die Temperaturen in Barcelona selbst waren der Hammer. T-Shirt Temperatur und bis auf einen Tag nur durchgehend Sonne. Wunderbar - Ein Faktor der dem Fahrspaß sehr dienlich war.
Einziges Manko dieser Reise war einfach unser Fahrtalent. Die Fülle der göttlichen, teilweise einzigartigen Spots wurden durch unser Können nicht ausgereizt. Teilweise tat uns das sogar selbst weh aber was solls…wir waren ja dort um Spaß zu haben und nicht um einen Pro-Level Videopart zu produzieren.

Das hier war die Aussicht vom Balkon unseres Appartements das wir in der ersten Woche zu 9 bewohnten. Grex und ich waren die einzigen Bmxer auf dem Trip was aber nicht hieß das wir alleine waren. Mit 7 anderen Leuten aus Wien flogen wir nach Barcelona um auch abseits von Fahrradsätteln und Ledge-Tunnelblicken eine gute Zeit zu verbringen. So ne eigene Küche in einer mehr oder minder großen Wohnung hat schon was und auch der DVD-Player war recht praktisch. Außerdem ist die Miete ziemlich günstig wenn man als große Gruppe an sowas heran tritt. Von der abendlichen Geselligkeit bei Bier auf dieser Terrasse ganz zu schweigen.
Nachdem uns unsere Freunde Richung Heimat verließen zogen wir den Rest des Aufenhalts in eine recht günstige Jugendherberge im Zentrum Barcas - Besoffene Backpacker inklusive…

Alan - Wallfloat
Dieser Spot an der Rambla, der Hauptstrasse des Stadtzentrums, entstand eher spontan. Wie so oft fanden wir viele interessante Spots nur beim durch die Gegend fahren. In dem Fall dauerte die Ausführung des Tricks extrem kurz, das abwarten des Verkehrs und neugierige Passanten nahmen aber mehr Zeit in Anspruch. Diese Strasse ist nun mal belebt und das nicht nur wegen der fahrenden Tierhandlungen dort. Kleine Schildkröten und unzählige Nager vegetieren in viel zu kleinen Käfigen im Sonnenlicht vor sich hin und warten das irgendein Scheiß-Tourist seinen nervigen Bälgern ein lebendes Andenken kauft. Schön war das nicht zum ansehen, ähnlich wie dieTätigkeiten der omnipräsenten Taschendiebe. In der Nacht war der Strassenzug ebenso belebt. Lauter Betrunkene und euphorische Partygänger zogen von Club zu Club und kauften Marrokanischen Emigranten ungekühlte Bierdosen für 2 Euro das Stück ab. Tja, sowas nennt man wohl Marktlückennutzung da so spät nicht einmal mehr Kioske und Cornershops offen hatten.

Alan - Nosepick Endo an einer unterhaltsamen Welle
Auch diesen Spot entdeckten wir eher zufällig als wir auf dem Weg zu einem andere Ziel waren. Tom White sprang aus diesen Wellen über Kleinautos und wir wunderten uns wie man das machen kann. Auch wenn wir dort nur rumeierten hatten wir wohl genauso Spaß wie Tom. Dennoch eigentlich schade…der Spot ist perfekt und der Gedanke, was wohl Thomi Zronek dort machen würde, ließ mich bereits an Filmbedingte Augenschäden denken. Auch den Geier oder das Äffchen haben wir uns in dem Moment sehnlichst herbei gewünscht, um uns zurück zu lehnen und die Tech-Stunt Show zu bewundern. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben.

Gregor, 5050 - Nach schweren Überwindungskämpfen im Hirn mehr als souverän gemeistert

Alan Feeble - Mittlerweile ist die Ledge glatt und geht ab…für den Smith fehlte aber das Gejammere der anderen Tiere

Immer wieder wurde in letzter zeit davon berichtet das Barcelona als ge-”skatestopped” gilt. Von dieser Entwicklung bemerkten wir ehrlich gesagt nichts. Mag sein das einige bekannte Hot-Spots nicht mehr so einfach angefahren werden können, dennoch gibt es soviel Ersatz das der Verlust eines bestimmten Spots verkraftbar ist. So richtig gebusted wurden wir eigentlich nie. Auch die Polizei schien nicht gerade restriktiv gegen Bmxer oder Skater vor zu gehen. Nur ein einziges Mal wurden wir von den Rädern gerufen und das auch nur um uns aufmerksam zu machen das 180ies, Manuals und ähnliches Zeug erlaubt wäre. Nur Grinds und Stalls “auf diesen seltsamen Eisenstangen da”, sah der Hafenpolizist nicht so gerne. Kein Problem…

Ich bin noch immer von dieser Ledge gestoked. Ohne Bitch-Runs habe ich das Ding First-Try gleich gestanden. Auf dem Foto selbst sieht man leider den Drop am Ende der Ledge nicht und die Pedalbremse ist auch nicht optimal, aber wenn man nur zu zweit unterwegs ist muss man so eine Ledge trotz Drop eben öfters machen. Die First-Try Aufnahme hatte der Gregor verschissen, dann musste das Ganze noch mit Fisheye wiederholt werden und dann zu Guter Letzt noch ein Foto geschossen werden. Das Leben ist hart…inklusive Peg-Verkeilung im Begrenzungszaun

Man achte auf die EI-Geweide
Die Leute die uns begleiteten wollten unbedingt zur Barcelona Show der Eagles of Death Metal gehen, da sie in Wien keinen Platz mehr ergattert haben. Grex und mich interessierte die Show nicht so. Am Tag des Auftritts machten wir uns nach etwas rumrollen an einem Spot dazu auf etwas Essbares zu finden. In einer Seitengasse fiel mir auf das wir soeben an einem Theater namens Apollo vorbei fuhren und erinnerte mich dunkel daran das das Konzert hier stattfinden sollte. Wie der Zufall so will stand gerade die Band vor dem Eingang und wurde auf unsere Bikes aufmerksam. Einen kleinen Small-Talk und nach etwas Geflunker von ausverkauften Karten später, stellte uns die Band auf Gästeliste. Auf die Erfahrungen in Wien angesprochen meinte der Sänger das Wort “Muschikatze” gelernt zu haben. Ich denke eher er meinte “Muzikathi” (Ein Insider)

Alan - Harder than it looks…37° Fieber

Lucero - Apollo Theatre
An jenem Abend als wir zum ersten Mal im Apollo Theater waren entdeckte ich ein Tour-Poster der Band Lucero. Vielen von euch sollte diese Band aus dem ein oder anderen Megatour oder Props bekannt sein, immerhin gilt die Band als eine beliebte Auswahl bei Stew Johnson. Ich selbst habe mir schon lange gewünscht die Band in Wien zu sehen, wußte aber das sie kein Label in Europa haben. Das scheint sich aber geändert zu haben - zumindest für Spanien haben sie wen gefunden der ihre Sachen vertreibt. Deshalb haben sie sich dorthin auf eine Konzerttour begeben. Glücklicherweise zur Zeit unseres Aufenthalts. Das Konzert war wunderbar, dauerte locker so gegen einanhalb Stunden mit Erfüllung aller Songwünsche aus dem Publikum.
Das lustigste passierte allerdings unmittelbar nach der Show auf der Herrentoilette. Als mich ein Typ mit einem S&M Shirt begeistert wegen meinem Animal Shirt anquatschte, stellte sich heraus das er mit einer Gruppe von Freunden, extra wegen der Band aus England her geflogen war. Als wir gerade anfingen über Bmx in Barcelona zu reden ging hinter ihm die Toilettentür auf und auf einmal stand ein betrunkener Andi Jackson vor mir. Nach einer langen Realisierungssekunde fielen wir uns beide in die Arme und lachten darüber welch Zufall sich gerade ereignet hatte. Kennengelernt hatten wir uns Monate zuvor, im Zuge der Revolt Tour in Wien und wäre dieses kleine Rädchen nicht gewesen hätten wir uns nie kennengelernt. Das Wiedersehen in Barcelona zeigte zu dem wie klein die Welt doch tatsächlich ist.
Leider hatten die Engländer ihre Räder nicht eingepackt da sie bereits am nächsten Tag wieder den Flieger in die Heimat nehmen mussten. Das hielt uns dennoch nicht davon ab noch etwas zu trinken, mit der Band nach einem ominösen Metal-Karaoke Club zu suchen und sich dann im Eifer des Gefechts, auf der Rambla aus den Augen zu verlieren…
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Alan inmitten einer Subbox Combo
Barcelona kann ich auf jeden Fall jedem empfehlen der so Street wie nur möglich sein will, sich aber vor neuem, unerforschtem Terrain fürchtet. Egal was einen dort hinzieht, enttäuscht wird man nicht.
Oder vielleicht doch - Aber nur wenn man die Spots nicht adäquat nutzen kann da man fahrtechnisch schwach beieinander ist…
Buchtipp: George Orwell - “Mein Katalonien”

Grex, Feeble - Leider nicht ganz bis zum Ende geschafft aber seit Barcelona steht er ja erst am Anfang seiner Ledge-Karriere.
Random Info:
*) Die Ledge war direkt vor unserer Jugendherberge.
*) Am letzten Tag schliefen wir oben ohne auf der Ledge. Wir mussten uns vom Weinflaschen-Präsent einer kreolischen Mutter erholen…Fragt gar nicht erst!

